Photovoltaik und Speicher für eine sichere und flexible Stromversorgung

31.03.2026

Heute und morgen findet die Schweizer Photovoltaik-Tagung zum 24. Mal statt, diesmal zum ersten Mal in der neuen Festhalle Bern, und es gibt Rekorde zu feiern: In den letzten vier Jahren hat sich die installierte Batteriespeicherkapazität in der Schweiz vervierfacht und im laufenden Jahr wird Solarstrom bereits rund 17 % des Schweizer Strombedarfs abdecken. Das Zusammenspiel von Produktion und Speicherung von Solarstrom ist denn auch ein zentrales Thema der Tagung, das die verstärkte Zusammenarbeit von Solar- und Strombranche fördert. Für die Solarbranche ist es von grosser Bedeutung, dass die neuen Instrumente zur Nutzung des Solarstroms in Quartieren breit angewendet und weiter optimiert werden. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass sich die Auftragslage nach einem kurzen Rückgang 2025 auf hohem Niveau stabilisiert.

Mann auf Bühne einer Veranstaltung. Schwarzer Hintergrund.  | © © Swissolar / Sarah Bollmann

Auch dieses Jahr stösst die Schweizer Photovoltaik-Tagung mit über 1100 Teilnehmenden auf grosses Interesse. Ein vielfältiges Vortragsprogramm während zwei Tagen wird ergänzt durch eine Ausstellung von 82 Unternehmen. Die Veranstaltung wird vom bekannten Comedian Michael Elsener moderiert und mit einer Keynote vom deutschen Energieexperten und Bestseller-Autor Tim Meyer eröffnet. «Die Solarenergie in der Schweiz erreicht eine neue Stufe: In Kombination mit Speichern wird sie zu einem zentralen Pfeiler der Energieversorgung und ist daraus nicht mehr wegzudenken», so Swissolar-Geschäftsführer Matthias Egli. 

Willkommen in der 4. Energierevolution

«Die Revolution kann man nicht aufhalten», so Tim Meyer. Er weist darauf hin, dass noch nie in der Geschichte der Menschheit eine Energiequelle so rasant gewachsen ist wie Solar- und Windenergie – begleitet von einem noch rascheren Preiszerfall bei den Batteriespeichern. Er appelliert deshalb an die Solarbranche, sich nicht von politischem Gegenwind und vorübergehenden Umsatzrückgängen entmutigen zu lassen.

Ein Markt im Wandel

Die an der Tagung vorgestellten Ergebnisse einer aktuellen Branchenumfrage von Swissolar deuten darauf hin, dass der Photovoltaik-Markt nach der letztjährigen Konsolidierung und Bereinigung bereits wieder an Fahrt aufnimmt. Im Bereich der Speicherbatterien zeichnet sich bereits der nächste Boom ab. Dazu tragen die neu im Gesetz vorgesehenen Geschäftsmodelle vZEV und LEG bei, mit denen Solarstrom lokal vermarktet werden kann. Immer mehr wird die Kombination von Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeichern zum Standard, was zu steigendem Eigenverbrauch und sinkender Abhängigkeit von schwankenden Strompreisen führt. Swissolar rechnet für 2026 mit einem Anteil Solarstrom am Nettostromverbrauch der Schweiz von 17 %. Zum Vergleich: Das ist bereits fast halb so viel, wie der gesamte Schweizer AKW-Park liefert.

Photovoltaik im neuen Stromsystem

In dieser Session zeigen Expertinnen und Experten von ETH, Swissgrid, CKW und Axpo auf, welchen Beitrag die Photovoltaik (PV) zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele in der Schweiz leisten soll, wie sie zur Systemstabilität beitragen kann und wie ein Ausbau auch bei limitierten Netzkapazitäten möglich ist. Klar wird dabei, dass es noch sehr viel mehr Solarstrom für eine sichere und nachhaltige Stromversorgung braucht, dass aber diese Produktion intelligent auf Speicherung und Verbrauch abgestimmt werden muss. 

Strategien für eine starke PV-Zukunft

In einer Podiumsdiskussion diskutieren Vertreter:innen aus Praxis und Politik, welche Faktoren derzeit den PV-Ausbau bremsen und wie diese Bremsen gelöst werden können. Swissolar-Präsident und Nationalrat Jürg Grossen sagt dazu: «Lokaler Verbrauch und Speicherung entlasten die Stromnetze und erhöhen die Rentabilität von PV-Anlagen. Allerdings muss der Bundesrat die Bedingungen für den lokalen Verbrauch weiter verbessern.» Für die solare Zukunft wichtig ist auch das EU-Stromabkommen sowie die Abstimmung zur Aufhebung des AKW-Neubauverbots – auch diese Themen werden auf dem Podium behandelt. 

Umsetzung des Stromgesetzes

Seit Anfang 2026 sind sämtliche Bestimmungen des 2024 vom Volk klar angenommenen Stromgesetzes in Kraft. Für PV besonders relevant sind einerseits die Bestimmungen zur Nutzung der Flexibilität durch die Verteilnetzbetreiber, die starke Anreize für den Einsatz dezentraler Speicher schaffen. Andererseits sind es die neuen Geschäftsmodelle zur lokal optimierten Produktion und Verwendung des Stroms – lokale Elektrizitätsgemeinschaften LEG und virtuelle Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch vZEV. Beide Themen werden je in einer Session am zweiten Konferenztag vertieft. 

Innovative Schweizer Solarbranche

Die sich rasch ändernden Rahmenbedingungen und die rasante technische Entwicklung sind für die Schweizer Solarbranche herausfordernd, aber sie fördern auch den Fortschritt: In zwei Sessionen werden deshalb innovative Konzepte aus Schweizer Forschungsinstituten und Solarfirmen vorgestellt. Ein besonderes Augenmerk richten wir in dieser Session dem Generationenwechsel in der Solarbranche – einige Solarfirmen aus der Pionierzeit stehen jetzt vor diesem Schritt.

Höchstleistung über Jahre

PV-Anlagen können mehr als 30 Jahre fast unvermindert Strom produzieren, und dies bei minimalen Betriebskosten. Doch angesichts des rasch gewachsenen Anlagenbestands lohnt es sich, den Betrieb und Unterhalt verstärkt in den Fokus zu nehmen. Auch diesem Thema ist eine eigene Session gewidmet.

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