Wartung einer Photovoltaikanlage

Unter einer Wartung werden Arbeiten verstanden, die dazu dienen, eine Anlage in einem betriebsfähigen, ordnungsgemässen und sicheren Zustand zu halten sowie den Verschleiss zu verzögern. Zu den Wartungsaufgaben zählen verschiedene Messungen und Kontrollen der Anlagenbestandteile. Eine Wartung sollte von ausgebildetem Fachpersonal durchgeführt werden.

Wann und wie oft ist eine Wartung erforderlich?

Bei Photovoltaikanlagen gibt es keine gesetzliche Pflicht und auch grundsätzlich keine technische Notwendigkeit, eine Wartung durchzuführen, da es meist keine Verschleissteile gibt (eine Ausnahme ist z. B. der Transformator bei Grossanlagen). Die Anlagen sollten fernüberwacht werden, damit im Falle einer Störmeldung die Störung behoben werden kann. Nach einem Sturm ist es beispielsweise sinnvoll, eine Sichtkontrolle bei der Anlage vorzunehmen. Es gibt aber kein bestimmtes Zeitintervall, innerhalb dessen eine Wartung durchgeführt werden muss. Somit gehen keine Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Installationsunternehmen oder den Produktherstellern verloren, falls keine Wartung erfolgt ist. Vernachlässigt der Bauherr bzw. Anlageneigentümer jedoch seine Sorgfaltspflichten komplett, so kann ihm eine Mitverantwortung übertragen werden. Beim Betrieb von Stromspeichern kann je nach Hersteller eine regelmässige Wartung vorgeschrieben sein. Dies muss in der Dokumentation beschrieben sein und vom Installationsbetrieb entsprechend kommuniziert werden.  

Massgeblich dafür, ob eine Wartung durchgeführt wird, bleibt jedoch, ob Störmeldungen vorliegen oder ob die Anlage aufgrund der Standortbedingungen (Staubemissionen, Beschattung, Bewuchs etc.) z. B. regelmässig gereinigt oder von Bewuchs befreit werden muss. 

Baustelle Schwarz Weiss | © Unsplash

Arbeitssicherheit während der Wartung 

Bei der Wartung von PV-Anlagen müssen die Arbeitssicherheitsvorschriften der Schweizerischen Unfallversicherung Suva eingehalten werden. Arbeiten, die weniger als 2 Manntage dauern, können mit temporären Arbeitssicherheitsmassnahmen, d. h. mit einem Anseilschutz, durchgeführt werden. Wartungen von PV-Anlagen im Einfamilienhausbereich werden in der Regel innerhalb dieses Zeitraums durchgeführt.

Optionale Kontrollen im Rahmen einer Wartung: Thermografie, Elektrolumineszenz 

Um der Ursache von Ertragsausfällen oder -minderungen auf den Grund zu gehen, stehen der Anlagenbetreiberin Untersuchungsmethoden wie Thermografie und Elektrolumineszenz zur Verfügung. Mit thermografischen Kameras ist es möglich, bei PV-Anlagen nach unzulässigen Erwärmungen zu suchen. Mit der Elektrolumineszenz-Messung können Mikrorisse und Zellbrüche an Solarmodulen erkannt werden.

Wartungsunternehmen

Kontaktieren Sie bei Bedarf nach einer Wartung bitte das Unternehmen, das Ihre Anlage installiert hat. Falls dieses Unternehmen nicht mehr existiert, fragen Sie bitte einen Solarprofi in Ihrer Nähe.

Solarprofis Shooting 2023 | © Swissolar / Dominic Nahr

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Häufig gestellte Fragen

  • Wie wartungsintensiv ist eine Solaranlage?
    Solarwärmeanlagen sollten alle drei Jahre auf Frostsicherheit geprüft werden. Dabei wird auch der pH-Wert der Solarflüssigkeit geprüft, um eine möglichst lange Lebensdauer der Anlage zu gewährleisten. Am besten lässt sich dies zusammen mit der periodischen Überprüfung der Heizungsanlage erledigen. Bei Photovoltaikanlagen empfiehlt sich alle zwei bis drei Jahre eine optische Kontrolle der Module (Verschmutzung, Modulschäden). Insbesondere flach liegende PV-Module sollten regelmässig von einer Fachperson gereinigt werden. Spritzen Sie Ihre Panels nicht mit einem Wasserschlauch ab, denn es könnten sich Kalkablagerungen bilden, und das kalte Leitungswasser könnte auf den aufgeheizten Modulen zu Spannungsrissen führen. Im Falle einer reduzierten Stromproduktion der Anlage lohnt es sich, frühzeitig eine Fachperson beizuziehen. Diese kann durch Messungen an den Modulen und am Wechselrichter eventuelle Störungen erkennen und anschliessend beseitigen.
  • Können die Rohrleitungen bzw. Kabel auch nachträglich ohne viel Aufwand verlegt werden?

    Bei Solarwärmeanlagen werden zwei wärmegedämmte Rohrleitungen vom Kollektorfeld zum Heizungsraum verlegt. Bei nachträglichem Einbau werden diese entweder in einem freien Kamin oder Lüftungsschacht oder in einem separaten «Regen-Fallrohr» an der Aussenwand verlegt. Bei Solarstromanlagen werden Kabel von den PV-Modulen zum Wechselrichter und weiter zum Anschluss an das Stromnetz verlegt – eine einfache und von aussen kaum sichtbare Elektroinstallation.

  • Gehen Gefahren von Solaranlagen aus?

    Bei unsachgemässer Installation, mangelhaften Komponenten oder bei Tierverbiss der Kabel (z. B. durch Marder) kann die Gefahr eines elektrischen Kurzschlusses und damit eine Brandgefahr bestehen. Bei unsachgemässer Montage sind zudem Sturmschäden möglich. Gegen abrutschenden Schnee sind – wenn nötig – Schneefanggitter zu montieren. Die von Swissolar zertifizierten Solarprofis sind Garanten für eine sachgemässe Installation mit geeigneten Komponenten.

  • Muss eine Solaranlage separat versichert werden?
    Die Versicherungsdeckung ist von Kanton zu Kanton verschieden. Bei gewissen kantonalen Gebäudeversicherungen sind Schäden an Solaranlagen automatisch mitversichert. Klären Sie bei Ihrer Versicherung ab, ob die Solaranlage separat versichert werden muss.
  • Muss eine Solaranlage von Hand bedient oder geregelt werden?
    Nein, bei Inbetriebnahme wird die Solaranlage vom Handwerker fachmännisch eingestellt, danach sind keinerlei Eingriffe mehr nötig. Solarwärmeanlagen und Solarstromanlagen laufen automatisch und sind meist mit einem Überwachungssystem ausgerüstet, das allfällige Fehler meldet.
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