Zwei Wechsel im Swissolar-Vorstand, Berufsbildungsfonds verabschiedet

03.06.2026

Am Swissolar-Mitgliedertag 2026 in Yverdon-les-Bains wurden zwei Vorstandsmitglieder neu gewählt und zwei bisherige verabschiedet. Ausserdem haben die Mitglieder der Einführung eines Berufsbildungsfonds zugestimmt.

Unsere Vizepräsidentin Gabriela Suter begrüsste Vertreterinnen und Vertreter unserer 1'300 Mitgliedsfirmen am Mitgliedertag 2026 im Explorit in Yverdon: «Solar geht in seine nächste Phase: Heute tragen wir nicht mehr nur zu einer nachhaltigen Stromversorgung bei, heute müssen wir zur Versorgungssicherheit beitragen. Das bedeutet: Elektromobilität und Batteriespeicher mitdenken, Eigenverbrauch optimieren, Strom lokal verbrauchen. Komponenten müssen sich zu Systemen verbinden und so Kraft durch Skalierung entwickeln. Solar ist nicht mehr die Alternative, Solar ist alternativlos. Mit dem Wandel der Branche wandelt sich auch der Branchenverband Swissolar, bis Ende Jahr werden wir deshalb unseren Auftritt grafisch neu überarbeiten.» Wie der im Detail aussehen wird, bleibt vorerst den Teilnehmenden der Generalversammlung vorbehalten. 

70 bis 90 Prozent Solarstrom im Netz

Swissolar-Präsident Jürg Grossen hatte gute Nachrichten zu überbringen: «In diesen Stunden werden 70 bis 90 Prozent des Schweizer Stromverbrauchs von Solarstrom gedeckt. Es ist unglaublich, was die Schweizer Solarbranche da geleistet hat. Nun gehen wir in die nächste Runde, denken Solar weiter, in Richtung steuerbare und intelligente Systeme. Und auch Swissolar erhält im Vorstand Verstärkung durch zwei neue Personen.» 

Doch zunächst wurden zwei bisherige Mitglieder verdankt: Andreas Bohren war seit 2015 Vorstandsmitglied und kann aufgrund der Amtszeitbeschränkung nicht für eine Wiederwahl antreten. Bohren rief dazu auf, die Solarthermie nicht zu vergessen, und bestätigte, weiterhin für eine Zusammenarbeit zur Verfügung zu stellen. Thomas Bachmann war seit 2022 Vorstandsmitglied. Aufgrund seiner geänderten Aufgabe bei CKW tritt er nicht für eine Wiederwahl an Auch Bachmann steht weiterhin gerne für Fragen zur Verfügung, z.B. zum Thema KI. 

Zur Wahl gestellt und mit grosser Mehrheit in den Vorstand gewählt wurden:  

  • Aurore Amaudruz: Sie ist seit 2021 in verschiedenen Funktionen für den Energieversorger Romande Energie tätig, heute als Leiterin Markt und Mitglied der Geschäftsleitung. Zuvor hat sie im familieneigenen Elektroinstallationsbetrieb den Solarbereich aufgebaut. Sie kennt die Perspektive des Solarinstallateure und jene der Energieversorger. Sie hat einen Abschluss der EPFL im Bereich Kommunikationssysteme mit Weiterbildungen im Bereich erneuerbare Energien und Management. Im Vorstand wird sie dafür sorgen, dass die Interessen der Suisse romande noch besser berücksichtigt werden.  

  • Markus Balmer: Er ist Geschäftsleitungsmitglied und Verwaltungsrat der Installationsfirmen Planeco GmbH, Senero AG und Kunz-Solartech. In seiner Hauptaufgabe hat er zehn Jahre Führungserfahrung auf GL-Ebene als Leiter Vertrieb bei der IWB Industrielle Werke Basel, einem Energieversorger, der zu den Vorreitern bei der Umstellung auf Erneuerbare gehört. Zuvor war er bei der BKW AG in der strategischen Planung und Energiewirtschaft tätig.  

Berufsbildungsfonds wird eingeführt 

Die Mitglieder von Swissolar haben an der Generalversammlung 2026 der Einführung eines verbandsinternen Berufsbildungsfonds zugestimmt. Damit setzen sie ein klares Zeichen für die gemeinsame Finanzierung der Berufsbildung und legen den Grundstein für eine künftige Branchenlösung. Die Mittel sollen primär verwendet werden, um Mitgliedsbetriebe bei den Kosten für überbetriebliche Kurse zu unterstützen. Die Beiträge werden ab 2027 von allen Verbandsmitgliedern erhoben, in Abhängigkeit von der Anzahl Mitarbeitenden im Betrieb. Später soll ein allgemeinverbindlicher Berufsbildungsfonds in Zusammenarbeit mit Gebäudehülle Schweiz eingeführt werden, der für alle Firmen der Solarbranche verpflichtend sein wird.  

Finanzen und Kampagnen 

Olivier Eschler, Bereichsleiter Mitglieder und Finanzen, stellt die Bilanz, die Erfolgsrechnung, die Fonds und das Budget 2026 vor. Ziel ist ein ausgeglichenes Ergebnis. Der Jahresbericht und die Erfolgsrechnung wurden einstimmig genehmigt und dem Vorstand einstimmig die Décharge erteilt.  

Schliesslich stellte Swissolar-Geschäftsführer Matthias Egli geplante Kampagnen vor, welche die Kontinuität im Schweizer Solarausbau unterstützen sollen:  

  • «Solar Friends» rückt Betreiberinnen und Betreiber bestehender Photovoltaik-Anlagen ins Zentrum und soll neue Investorinnen und Investoren in ihrem Vorhaben zum Solarausbau bestätigen. Die Kampagne wird gemeinsam mit der Schweizerischen Energiestiftung (SES) und weiteren Partnern durchgeführt. Sie startet in den nächsten Monaten. 

  • «Solar heute» ist eine Kampagne des Bundesamts für Energie und richtet sich an neue potenzielle Investorinnen und Investoren. Sie wurde in Zusammenarbeit mit Swissolar erarbeitet und startet Mitte Juni 2026. 

  • «Solar+» richtet sich mittels Medienarbeit und Social Media an Politik, Fachpersonen und die breite Öffentlichkeit. Sie wird von Swissolar durchgeführt und startet in den nächsten Monaten.  

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