Zukunft der Energieversorgung

Wir stehen vor einer grundlegenden Umstellung unserer Energieversorgung: Zur Umsetzung des Pariser Klimaprotokolls ist es nötig, unsere Treibhausgasemissionen bis spätestens Mitte Jahrhundert auf netto null zu senken.

Zum bereits beschlossenen Ausstieg aus der Atomenergie kommt damit der Verzicht auf fossile Energien hinzu. Mit dem Ja zur Energiestrategie 2050 im Jahr 2017 wurde ein erster Meilenstein für eine sichere, saubere und bezahlbare Energieversorgung der Schweiz gelegt.  

Auch nach dem Nein zur Revision des CO2-Gesetzes braucht es dringend weitere Schritte zur Umsetzung des Pariser Klimaprotokolls in der Schweiz. Eines ist klar: Strom und Wärme von der Sonne werden in der zukünftigen atom- und fossilfreien Energieversorgung eine zentrale Rolle spielen.

  • Das grosse Potenzial der Sonne auf Gebäuden

    Das Bundesamt für Energie (BFE) zeigt mit www.sonnendach.ch und www.sonnenfassade.ch, welche Gebäudeflächen zur Solarenergienutzung geeignet sind. Ergebnis: Schweizer Hausdächer und -fassaden könnten jährlich 67 Terawattstunden (TWh) Solarstrom produzieren (Medienmitteilung BFE vom 15.4.2019). Das sind 10 Prozent mehr als der heutige Stromverbrauch der Schweiz!

    Eine vertiefte Analyse inklusive Potenziale für Photovoltaik auf Strassen, Parkplätzen, Autobahnböschungen und alpinen Freiflächen findet sich hier: Das Schweizer PV-Potenzial basierend auf jedem Gebäude. Meteotest/Swissolar 2019 (PDF, De) 

    Swissolar hat die Aufteilung der Potenziale nach Gebäudetypen und Dachgrössen analysiert. Fazit: Das grösste Potenzial liegt bei kleinen und mittelgrossen Anlagen auf Mehrfamilienhäusern sowie Industrie- und Gewerbedächern. Es braucht dringend zusätzliche Anreize für Situationen, wo solche Anlagen nicht massgeblich zum Eigenverbrauch beitragen können. Swissolar 2020 (PDF, De)

    Ein Teil der Flächen auf Dächern und Fassaden kann auch mit Sonnenkollektoren für die Wärmeproduktion genutzt werden. Meteotest hat dieses Potenzial in einer früheren Studie (2017) auf 11 Terawattstunden (TWh) beziffert, was etwa 10 Prozent des heutigen Wärmebedarfs entspricht. Würde der Bedarf dank Wärmedämmung auf den neuesten Stand gebracht, könnte die Sonne gar 20 Prozent des Wärmebedarfs liefern.

  • Das aktuelle Energiegesetz (EnG) berücksichtigt den Handlungsbedarf für die Dekarbonisierung nur ungenügend: Gemäss Art. 2 EnG soll die jährliche Stromproduktion aus erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraft) im Jahr 2035 bei mindestens 11.4 TWh liegen.  

    Berechnungen von Nationalrat Roger Nordmann zeigen, dass bis 2050 50 Gigawatt Photovoltaik-Leistung mit einer Jahresproduktion von rund 45 TWh installiert sein müssen, um den wegfallenden Atomstrom und den zusätzlichen Strombedarf aus der Elektromobilität und den Wärmepumpen decken zu können. Dies unter der Prämisse, dass die Schweiz wie bis anhin in der Jahresbilanz nicht von Stromimporten abhängig ist. Diese Photovoltaik-Leistung könnte allein auf Gebäuden installiert werden.

    Das Buch «Sonne für den Klimaschutz» von Roger Nordmann kann über unseren Webshop bestellt werden.

    In den neu veröffentlichten Energieperspektiven 2050+ des Bundesamtes für Energie sind realistischere Szenarien als in den Perspektiven von 2013 zu finden. Im Szenario «Zero Basis» sollen im Jahr 2050 33.6 TWh Strom aus inländischen Photovoltaikanlagen stammen. Aus Sicht von Swissolar ist dieser Wert deutlich zu tief, zudem ist der vorgeschlagene langsame Zubau mit grossen Risiken bezüglich Versorgungssicherheit verbunden.