Anwendung Photovoltaik

PV-Anlagen können entweder ans öffentliche Stromnetz angeschlossen (Netzverbundanlagen) oder autark betrieben (Inselanlagen) werden.

Netzverbundanlagen

Die meisten Photovoltaikanlagen speisen ihren Strom ins öffentliche Netz ein. Man spricht dann von Netzbetrieb und Netzverbundanlage. Durch die Verbindung zu einem grossen Verbundnetz kann sichergestellt werden, dass zu jedem Zeitpunkt genügend Verbraucher vorhanden sind, die den Solarstrom sofort nutzen können. Eine lokale Zwischenspeicherung ist dabei nicht erforderlich. Die Stromversorgung ist jederzeit sichergestellt und es können normale Wechselstromgeräte eingesetzt werden.

Für die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage ist heute der Eigenverbrauch des Solarstroms meist ausschlaggebend. Das heisst: Je mehr Solarstrom direkt vor Ort zum Zeitpunkt der Produktion genutzt werden kann, desto schneller lohnt sich eine PV-Anlage auch finanziell (weitere Informationen bei EnergieSchweiz).  

Zur Erhöhung des Eigenverbrauchsanteils kann der Solarstrom zur Produktion von Wärme genutzt werden, denn Wärme lässt sich einfacher speichern. Aus Sicht der Energieeffizienz ist dabei die Nutzung von Solarstrom zum Betrieb einer Wärmepumpe zu bevorzugen. Damit die Einbindung der Wärmepumpe optimal funktioniert, muss die Steuerung der Wärmepumpe an die PV-Anlage gekoppelt werden. Installateure unterstützen gerne bei diesen Aufgaben.

Der überschüssige Strom wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist und vom lokalen Verteilnetzbetreiber vergütet. Die Netzbetreiber sind gemäss Art. 11 Abs. 1 der Energieverordnung (EnV) verpflichtet, den überschüssigen Strom abzunehmen. Die Vergütung richtet sich gemäss Art. 12 Abs. 1 EnV nach den Kosten des Netzbetreibers für den Bezug gleichwertiger Elektrizität bei Dritten sowie den Gestehungskosten der eigenen Produktionsanlagen. Diese Rückliefervergütungen weisen sehr grosse Unterschiede auf, siehe www.pvtarif.ch.

Dank dem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) können mehrere Wohnungen oder aneinandergrenzende Liegenschaften gemeinsam den Strom aus einer PV-Anlage nutzen. So kann der Eigenverbrauchsanteil vergrössert werden. Mehr Informationen

Inselanlagen

Ist eine Solaranlage nicht ans öffentliche Stromnetz angeschlossen, spricht man von Inselanlagen. Dies ist beispielsweise bei Berghütten, Ferienhäusern, Notrufsäulen etc. der Fall. In der Regel haben solche Anlagen einen Stromspeicher (Batterien), sodass auch in der Nacht und bei bewölktem Himmel Elektrizität zur Verfügung steht.

Eine Inselanlage hat folgende Eigenschaften:

  • Kostengünstige Alternative zur Erschliessung abgelegener Verbraucher mit Netzstrom.
  • Inselanlagen können entweder mit Wechselrichtern 230V AC betrieben werden oder der Gleichstrom kann direkt genutzt werden (meist bei einer Spannung von 12 oder 24 Volt). Dabei muss beachtet werden, dass die Geräte für Gleichstrom geeignet sind.
  • Im Wesentlichen besteht eine solche Anlage aus drei Komponenten: dem Solargenerator, den Ladereglern, den Akkus und einem Wechselrichter bei Wechselstrombetrieb.