Hitzewelle in Europa: Öl- und Gasöfen heizen mit

3. August 2018

Ganz Europa ächzt unter einer Hitzewelle und Trockenperiode, die erneut alle bisherigen Rekorde übertrifft. Langsam beginnen auch Skeptiker zu begreifen, dass dies kein Zufall ist, sondern eine deutliche Warnung vor der kommenden Klimakatastrophe. Doch in den Kellern brummen auch in diesen Tagen die Öl- und Gasheizungen und tragen zur Erderwärmung bei. Sie produzieren warmes Wasser.

Im Jahr 2016 wurde in Privathaushalten 35 % des Warmwassers mit Heizöl und 23 % mit Erdgas erzeugt[1]. Über ein Jahr entspricht dies einem Verbrauch von 5.1 Milliarden Kilowattstunden und einem CO2-Ausstoss von etwa 1.5 Millionen Tonnen. Pro Tag sind dies etwa 4’100 Tonnen CO2, was den Emissionen von etwa 43‘000 Autofahrten von Zürich nach Genf entspricht, oder 22‘000 Flügen Zürich-London (jeweils pro Person). 

Klimaneutrale Alternativen gibt es verschiedene, aber besonders naheliegend wäre die Wassererwärmung mittels Sonnenkollektoren. Doch nur gerade 4.5 % des Warmwassers wurde 2016 mit dieser Technik produziert. Es liegt an der Politik dafür zu sorgen, dass wir die klimaschädigenden Heizsysteme hinter uns lassen

Der Ball liegt momentan einerseits bei der Umwelt- und Energiekommission des Nationalrates, die das CO2-Gesetz berät und andererseits bei den Kantonen, welche mit den Mustervorschriften im Energiebereich (MuKen) ein taugliches Werkzeug zum Ausbau der Erneuerbaren im Gebäudebereich in der Hand haben. 5 Kantone haben ihre Gesetze bereits entsprechend angepasst, in Bern und Jura steht dies kurz bevor.

Sowohl Nationalrat als auch Kantone sollten sich ein Vorbild an Dänemark nehmen, wo seit 2016 der Ersatz von Ölheizungen in bestehenden Bauten verboten ist. In Neubauten sind bereits seit 2013 keine Öl- und Gasheizungen mehr zugelassen. Auch in Norwegen ist ab 2020 ein umfassendes Ölheizungsverbot vorgesehen, das Bundesland Niederösterreich verbietet neue Ölheizungen ab 2019, bei bestehenden Bauten soll dies 2025 geschehen.

[1] Quelle: Analyse des schweizerischen Energieverbrauchs 2000 - 2016 nach Verwendungszwecken. BFE, Oktober 2017