Das CO2-Gesetz sorgt für mehr lokale Energie

14. Mai 2021

Swissolar empfiehlt ein Ja zum CO2-Gesetz. Es ist dringend nötig, um die Abkehr von Öl und Gas zu beschleunigen und stattdessen lokale und erneuerbare Energie (beispielsweise von der Sonne) auszubauen. Das Gesetz führt über Anreize zu weniger Geldabfluss ins Ausland und stattdessen zu mehr Investitionen und Arbeitsplätzen in der Schweiz. Mit dem Gesetz soll der CO2-Ausstoss der Schweiz bis 2030 halbiert werden. Strom und Wärme von der Sonne kann einen massgeblichen Teil dazu beisteuern und andere Energielieferanten wie Wasser, Biomasse oder Wind optimal ergänzen.

Fossile Energien sind derzeit für 80 Prozent des Schweizer Treibhausgasausstosses verantwortlich. Wir importieren jährlich für 8 Milliarden Franken Öl und Gas. Geld, das ins Ausland abfliesst. Um den Schweizer CO2-Ausstoss bis 2030 zu halbieren und spätestens 2050 Netto-Null zu erreichen, muss die Schweiz ihren Energiemix schnell dekarbonisieren. Dazu braucht es Anreize für mehr Energieeffizienz und mehr erneuerbare Energie. Das CO2-Gesetz setzt die dringend notwendigen Weichen dafür.

Weniger importiertes Öl und Gas – mehr lokale Energien

Der in naher Zukunft notwendige, nahezu vollständige Verzicht auf fossile Energien wird in der Schweiz zu einem zusätzlichen Strombedarf von voraussichtlich 20 bis 25 Terawattstunden (TWh) führen. Hauptverantwortlich dafür sind der Wechsel von Verbrennungsmotoren zu Elektromobilität und der Ersatz von Öl- und Gasheizungen durch Wärmepumpen. Photovoltaik allein kann in der Schweiz das Vielfache der dazu benötigten Elektrizität produzieren. Deshalb müssen wir den Solarstrom-Zubau möglichst zeitnah auf jährlich 1500 MW steigern, also vervierfachen.

Nur schon die für Solarstrom besonders geeigneten Dach- und Fassadenflächen der Schweiz könnten jährlich 67 TWh Elektrizität liefern. Ausserdem ist das Potenzial auf Parkplatzüberdachungen, alpinen Anlagen und anderen Bauten immens. Heute liefert die Photovoltaik in der Schweiz ca. 2.9 TWh pro Jahr, was knapp 5 Prozent des Schweizer Strombedarfs deckt. Der Zubau ist erfreulicherweise steigend, aber immer noch viel zu zögerlich, um die Klimaziele zu erreichen. Der Ausbau der Photovoltaik sorgt nicht nur für eine lokale Energie-Versorgung, sie verschafft dem heimischen Gewerbe auch gute Aufträge. Von 2019 bis 2021 haben sich die Beschäftigten im Solarsektor mehr als verdoppelt. Heute schafft der Solarsektor ca. 6'000 Vollzeitstellen in der Schweiz. Laut einer ZHAW-Studie könnte eine Solar-Offensive in den nächsten 5 Jahren rund 10'000 zusätzliche Stellen schaffen und damit den wirtschaftlichen Aufschwung nach der Corona-Pandemie massgeblich unterstützen.

Die Lösung: Investitionen, Effizienz, Erneuerbare

Mit dem CO2-Gesetz sollen sowohl Sanierungen der Gebäudehüllen als auch der Einsatz erneuerbarer Wärme beschleunigt werden. Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, muss der CO2-Austoss des Schweizer Gebäudeparks jährlich um 3 Prozent gesenkt werden. Die Kombination von Photovoltaik-Anlagen mit Wärmepumpen oder das Zusammenspiel von Solarwärmeanlagen und Holzheizungen sind gute, erprobte Lösungen in diesem Bereich. Gemäss den Energieperspektiven 2050+ des Bundesamtes für Energie könnte die jährliche Produktion von Solarwärme gegenüber heute um den Faktor 4 gesteigert werden.

Das CO2-Gesetz macht den Import und Verbrauch von fossilen Energien weniger attraktiv und belohnt dafür klimafreundliches Verhalten und lokale Energiegewinnung. Dazu gehört unter anderem auch der Ausbau und Einsatz von Solarstrom und -Wärme. Jedes Jahr werden schon heute in der Schweiz tausende Gebäude zu CO2-freien Strom- und Wärmeproduzenten. Aber noch viel mehr ist notwendig - und auch möglich. Der Schweizerische Fachverband für Sonnenenergie Swissolar empfiehlt deshalb gemeinsam mit fast allen Wirtschafts- und Umweltverbänden dringend ein Ja zum CO2-Gesetz.

Mehr Informationen bei den zwei Ja-Komitees, bei denen Swissolar Mitglied ist:

Schweizer Wirtschaft für das CO2-Gesetz

Ja-Komitee Klimaschutz mit CO₂-Gesetz

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Foto: Solarfassade der Migros-Filiale Münsingen mit einer Leistung von 218,5 kW, © 3S Solar Plus AG
Beteiligte Swissolar-Mitglieder: 3S Solar Plus AG, Bernhard Polybau AG, Clevergie AG