Mit Solarstrom aus der Krise

15 April 2020

Auch die Schweizer Solarbranche spürt die Corona-Krise: Bauvorhaben verzögern sich und damit der Umbau hin zu einer ökologischen und wirtschaftlichen Energieversorgung. Doch die Branche ist gewappnet: Alle treffen Vorkehrungen, um nach der Krise so schnell als möglich den Solarrückstand aufzuholen. An Arbeit wird es nicht mangeln: Für den Ersatz der fossilen und nuklearen Energien in der Schweiz braucht es einen Ausbau der Photovoltaik-Leistung um den Faktor 20 gegenüber heute. Das weiss auch Bundespräsidentin Sommaruga und will da Impulse für das lokale Gewerbe setzen.

2019 wurde in der Schweiz so viel Photovoltaik zugebaut, wie noch nie. Dieser Trend hätte sich 2020 unbestritten bestätigt. Wäre nicht auch die Solarbranche vom Corona-Virus betroffen. Anfang Jahr, als das Virus sich vor allem in China ausbreitete, ging die Angst wegen Lieferengpässen von Solarmodulen in der Branche um. Diese Angst hat sich nur bedingt bestätigt: Die Produktionsstätten laufen wieder und die Vorräte scheinen auszureichen. Doch mittlerweile haben sich die Bauvorhaben in der Schweiz verlangsamt: Einige Baustellen wurden teilweise oder ganz geschlossen. Neue Bauaufträge oder Sanierungen verzögern sich.

Mit Impulsen bei Erneuerbaren die Schweizer Wirtschaft zum Laufen bringen

Es gilt also, nach der Entspannung verlorene Zeit aufzuholen. Wenn die Politik die Weichen richtig setzt, kommt die Schweizer Wirtschaft mit Hilfe eines Solar-Boosts wieder auf die Beine. Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga scheint dies auch auf der Agenda zu haben, wie sie an Ostern in einem Interview mit dem Sonntagsblick bekannt gab. Zu einer Exit-Strategie würden auch Konjunkturmassnahmen für das lokale Gewerbe gehören und diese würden kommen: «Wir wollen die erneuerbaren Energien und die Gebäudesanierung fördern, was dem Gewerbe Aufträge und Arbeit sichert. Indem wir Projekte vorziehen, können wir sinnvolle Impulse geben.» Sinnvoll wäre das nicht nur aus wirtschaftlicher, sondern auch aus ökologischer Sicht. Wir sind gespannt auf die Details.

Die Schweizer Solarbranche bereitet sich auf den Aufschwung vor

Die Solarbranche trimmt sich indessen fit für diesen Aufschwung. Swissolar hat für seine Mitglieder mehrere Webinare durchgeführt, die sich auf Beratung und Verkauf in Zeiten von Social Distancing konzentrierten. Die Kurse waren innert Kürze ausgebucht und werden nun auch für unsere französischsprachigen Mitglieder durchgeführt. Auch andere Weiterbildungskurse und die Tage der Sonne werden dieses Jahr erstmals digital durchgeführt. Bis zum Lockdown wurden in der Solarbranche Stellen ausgeschrieben wie nie zuvor. Nun sind auch die Rekrutierungen bei vielen Betrieben auf Eis gelegt. Aber die Zeichen stehen auf baldigen Umschwung: Die Branche ist startklar. Für den wirtschaftlichen Wiederaufbau und den ökologischen Umbau des Landes.