Anwendung Photovoltaik

Es gibt zwei Anwendungsmöglichkeiten. Netzverbundanlagen werden ans öffentliche Elektrizitätsnetz angeschlossen, Inselanlagen sind autonome Anlagen, die Strom für den Eigenbedarf erzeugen.

Netzverbundanlagen

Die meisten Photovoltaikanlagen speisen ihren Strom ins öffentliche Netz ein. Man spricht von Netzbetrieb. Durch die Verbindung zu einem grossen Verbundnetz (z. B. das öffentliche Stromnetz) kann sichergestellt werden, dass zu jedem Zeitpunkt genügend Verbraucher vorhanden sind, die den Solarstrom sofort nutzen können. Eine Zwischenspeicherung ist dabei nicht erforderlich. Die Stromversorgung ist jederzeit sichergestellt und es können  normale Wechselstromgeräte eingesetzt werden.

Es gibt verschiedene Einspeisemöglichkeiten:

  • Eigenverbrauch

    Der erzeugte Solarstrom wird primär für den Eigenverbrauch genutzt und nur der überschüssige Strom wird ins Netz abgegeben.

    Alle Stromproduzenten haben das explizite Recht, die zeitgleich selbst produzierte Energie am Ort der Produktion ganz oder teilweise selbst zu verbrauchen (weitere Informationen: BFE).

    Was nicht verbraucht wird, gilt als Überschuss und fliesst ins Stromnetz. Für die Vergütung des Überschusses bestehen grundsätzlich folgende drei Möglichkeiten: Verkauf zum Marktpreis, Verkauf an eine Ökostrombörse oder Vergütung durch die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV).

    Ohne Batterietechnik kann im Einfamilienhaus bei einer Anlagengrösse von ca. 20 m2 ein zeitgleicher Eigenverbrauchsanteil von 20-30% erreicht werden. Vor allem in Gewerbebetrieben, wo der Strombedarf hauptsächlich tagsüber anfällt, kann mit einer PV-Anlage ein hoher Eigenverbrauchsanteil erreicht werden.

    Verkauf zum Marktpreis

    Die Netzbetreiber sind gemäss Energieverordnung Art. 2b verpflichtet, den überschüssigen Strom nach marktorientierten Bezugspreisen resp. den vermiedenen Kosten für die Beschaffung gleichwertiger Energie zu vergüten. Diese Rückliefervergütungen weisen sehr grosse Unterschiede auf, siehe www.pvtarif.ch. Ein Entscheid der Elektrizitätskommission Elcom vom April 2016 legt fest, dass für die Höhe der Rückliefervergütung der Einkaufspreis des betroffenen Netzbetreibers für Graustrom bei Dritten massgeblich ist. 

    Diskriminierende Tarifstrukturen verhindern

    Strom von der eigenen Solaranlage kann heute oft zu weniger als 20 Rappen pro Kilowattstunde produziert werden – das liegt tiefer als der durchschnittliche Strompreis für Haushaltskunden. Leider haben einige Netzbetreiber separate Tarifmodelle für Betreiber von Solaranlagen für die Eigenversorgung („Prosumenten“) eingeführt. Dies ist heute für Anlagen ab 10 kW gesetzlich zulässig. Solche Tarifmodelle zeichnen sich durch höhere Fixkosten (Leistungstarife basierend auf der maximal bezogenen Leistung) und tiefere Arbeitstarife aus, wodurch der eingesparte Strombezug vom Netz weniger wert ist. Solche Tarifmodelle vermindern auch den Anreiz zum rationellen Stromeinsatz. Swissolar wehrt sich gegen diese ungerechtfertigte Diskriminierung des Eigenverbrauchs und verlangt die Anwendung von ausschliesslich verbrauchsabhängigen Tarifen für alle Haushalts-Strombezüger.

     

    Diskriminierende Tarifstrukturen –es droht ein Ausbaustopp der Photovoltaik. Gutachten Dr. Rudolf Rechsteiner vom März 2016 

    Strom für Wärme

    Die Wärmepumpe eignet sich gut als steuerbarer Stromverbraucher. Auch aus technischer Sicht ist die Kombination von Photovoltaik und Wärmepumpe problemlos und in der Regel ohne Zusatzaufwand realisierbar. Elektrisch erfolgt die Verbindung über das hausinterne Wechselstromnetz. Die thermische Ankoppelung orientiert sich an den Gegebenheiten von Heizung und Warmwasserbereitung.

    Allgemein gilt, dass wenn eine Wärmepumpe für Heizung und Brauchwasser schon vorhanden ist, die Solarversorgung mit Photovoltaik einfacher ist, als dazu eine Solarwärmeanlage zu bauen. Hingegen ist bei einer Öl-, Gas- oder Holzheizung die Kombination mit einer Solarwärmeanlage vorteilhaft.

  • Volleinspeisung bezeichnet die vollständige Weitergabe des erzeugten Stroms aus einer Photovoltaikanlage an den örtlichen Energieversorger. In diesem Fall wird der Strom nicht selbst verbraucht (auch nicht teilweise). Der Haushaltsstrom wird ebenfalls über das örtliche Stromnetz bezogen. 

Inselanlagen

Die Stromversorgung von netzfernen Objekten wie Berghütten, Ferienhäusern, Notrufsäulen und Parkscheinautomaten erfolgt durch autonome Solaranlagen mit Elektrizitätsspeichern (Batterien). Man spricht von Inselbetrieb.

Eine Inselanlage hat folgende Eigenschaften:

  • Kostengünstige Alternative zur Erschliessung abgelegener Verbraucher mit Netzstrom.
  • Der Betrieb basiert in der Regel auf Gleichstrom mit Spannung von 12 oder 24 Volt.
  • Es müssen meist spezielle Geräte und Leuchten verwendet werden, sofern kein Wechselrichter eingesetzt wird.
  • Im Wesentlichen besteht eine solche Anlage aus drei Komponenten: dem Solargenerator, den Ladereglern und den Akkus.