Umbauen mit Wärme und Strom von der Sonne: Ein Leuchtturm für die Energiestrategie

11. Mai 2017

Die Schweiz hängt zu rund 75 Prozent von nicht einheimischen und nicht erneuerbaren Energiequellen ab. Mit der Energiestrategie 2050, über die wir am 21. Mai abstimmen, machen wir einen ersten wichtigen Schritt zur Reduktion dieser Abhängigkeit.

Es ist klar, wohin die Reise gehen muss: Weg von fossilen und nuklearen Energiequellen, hin zu erneuerbaren Energien. Und es ist auch klar, wo vorrangig angesetzt werden muss: Die Gebäude verursachen in der Schweiz rund die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs und etwa 40 Prozent der Treibhausgasemissionen. Die gute Nachricht: Unsere Häuser lassen sich von Energieschleudern zu kleinen Kraftwerken umwandeln – das Haus Stettbachstr. 43 ist ein hervorragendes Beispiel dazu.

Swissolar hat von der Genossenschaft Meteotest in Bern die Solarpotenziale auf Gebäuden rechnen lassen, gestützt auf das neue Solarkataster des Bundesamtes für Energie. Die ermittelten Werte sind deutlich höher als in früheren Untersuchungen, obwohl man sich auf das «nachhaltige Potenzial» beschränkt hat und damit Schutzobjekte, unwirtschaftliche Flächen und weitere vorderhand nicht geeigneten Flächen weggelassen hat.

Im ersten Szenario wurde von einer Kombination von Solarwärme und Photovoltaik ausgegangen. Ergebnis: rund 10% des heutigen Wärme- und 28% des heutigen Stromverbrauchs könnten auf bestehenden Dächern und Fassaden erzeugt werden! Im zweiten Szenario wurden alle geeigneten Flächen für die Stromerzeugung mit Photovoltaik eingesetzt. Ergebnis: rund die Hälfte des heutigen Strombedarfs lässt sich auf bestehenden Dächern und Fassaden erzeugen!

Damit wird klar: Solarenergie – Wärme und Strom - muss ein zentrales Standbein der zukünftigen Energieversorgung sein. Vorzugsweise auf Gebäuden, um Grünflächen zu schonen, und um die Produktion möglichst nahe beim Verbrauch anzusiedeln. Zudem: jedes Jahr werden Dachflächen von je rund 4.5 Quadratkilometern neu erstellt oder saniert – leider meist ohne Solarenergienutzung.

Es braucht die richtigen Rahmenbedingungen, um dieses Potenzial zu nutzen, denn die Hausbesitzer müssen trotz massiver Kostensenkungen bei Photovoltaik (-80% seit 2009) immer noch relativ viel investieren, um nachher rund 30 Jahre praktisch gratis Energie produzieren zu können. Die Energiestrategie 2050 schafft finanzielle Anreize und beseitigt bestehende Hürden für die Nutzung der Solarenergie:

Das bisher wichtigste Förderinstrument, die Kostendeckende Einspeisevergütung KEV, wird es nur noch für Photovoltaikanlagen geben, die schon sehr lange auf der Warteliste stehen. An ihre Stelle tritt die Einmalvergütung. Sie deckt maximal 30% der Investitionskosten und steht neu auch für grosse Anlagen zur Verfügung. Die Bildung von Eigenverbrauchsgemeinschaften für die Nutzung des selbst erzeugten Solarstroms wird deutlich vereinfacht. Auch die Kantone werden ihren Beitrag leisten, mit der Einführung der Pflicht zur Eigenstromerzeugung bei Neubauten (im Rahmen der MuKEn 2014) und mit der Förderung von Solarwärmeanlagen. All das wird nur möglich sein, wenn die Energiestrategie 2050 am 21. Mai vom Volk angenommen wird.

Swissolar empfiehlt deshalb ein Ja zur Vorlage, die von allen Parteien ausser der SVP unterstützt wird. David Stickelberger, Geschäftsleiter von Swissolar, meint dazu: «Die Gegner der Strategie wollen auf das absehbare Lebensende der bestehenden AKW nicht reagieren. Sie träumen von neuen ‚sicheren‘ AKW oder setzen auf den Import von billigem Dreckstrom. Mit der Energiestrategie 2050 nutzen wir stattdessen die enormen Potenziale der Energieproduktion und –einsparung an und in unseren Gebäuden und schaffen Arbeitsplätze!».

Mehr Infos zur schweizweit ersten Minergie-A Erneuerung eines Mehrfamilienhauses