Schweizer Photovoltaik-Zubau: Schnelles Wachstum, Fachkräfteausbau und Lieferketten-Verzögerungen

8. giugno 2022

Das Interesse an Photovoltaik-Anlagen ist in der Schweiz ungebrochen gross. Die erhöhte Nachfrage verteilt sich auf alle Marktsegmente, also Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser und Gewerbebauten. Neben dem Wunsch, einen persönlichen Beitrag zur Energiewende zu leisten, sind die stark gestiegenen Preise für fossile Energien und Strom wesentliche Treiber. Hinzu kommen die in verschiedenen Kantonen eingeführten Verbote für fossile Heizungen, administrative Erleichterungen und wirtschaftliche Anreize sowie das stark gestiegene Interesse an Elektromobilität.

Die Schweizer Solarbranche bewältigt seit 2019 trotz coronabedingten Lieferkettenproblemen und Personalengpässen ein jährliches Marktwachstum von mindestens 30 Prozent*. Zurzeit kommt es jedoch angesichts der weiter steigenden Nachfrage zu Wartezeiten bei der Auftragsabwicklung und aufgrund der aktuellen Weltlage zu Lieferverzögerungen. Diese betreffen insbesondere Batteriespeicher und Wechselrichter sowie – in geringerem Ausmass – die Photovoltaikmodule an sich. Die Solarbranche ist dabei in einer vergleichbaren Situation wie andere Sektoren der Bauwirtschaft, die ebenfalls von unterbrochenen Lieferketten betroffen sind. Leider ist zurzeit nicht absehbar, wann sich die Situation wieder normalisieren wird.

Besser sieht die Lage bezüglich der Fachkräfte aus. Zwar bestehen aufgrund des Booms auch hier zurzeit Engpässe. Doch angesichts der positiven Marktaussichten stellen Solarfirmen mehr Personen ein. Einige Swissolar-Mitglieder haben ihre internen Aus- und Weiterbildungsangebote massiv ausgebaut. Denn das Interesse an einem Einstieg oder Wechsel in die zukunftsweisende Branche der Solarenergie ist gross und dürfte über die nächsten Jahre weiterwachsen. Mit der geplanten Einführung einer neuen Berufslehre im Herbst 2024 und verschiedenen Massnahmen zur Unterstützung von Quereinsteigern wird Swissolar einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Ausbau von Fachkräften in der Branche leisten. 

Für Bauherrschaften bedeutet die aktuelle Situation, dass es zu Wartefristen kommen kann. Wer jetzt bestellt, erhält seine Solaranlage möglicherweise erst nächstes Jahr. Wir raten interessierten Gebäudebesitzer:innen deshalb, ihre Solaranlage frühzeitig zu planen und in Auftrag zu geben. Solarfirmen können damit ihre Kapazitäten mittelfristig besser planen und weitere Verzögerungen reduzieren.

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*) Die Statistik Sonnenenergie für das Jahr 2021 wird am 14.7.22 veröffentlicht, die Schweizerische Statistik der erneuerbaren Energien am 30.6.22