Anpassung StromVV zur Weiterverrechnung des abgenommenen PV-Stroms in der Grundversorgung

Änderungen der Stromversorgungsverordnung (StromVV): Bei den höchstens in die Grundversorgungstarife einrechenbaren Beträgen für kleine Photovoltaikanlagen werden neu die Vergütungssätze der nicht mehr in Kraft stehenden EnV vom 7. Dezember 1998 für massgeblich erklärt. Zudem werden die der Bilanzgruppe für erneuerbare Energien zuzuordnenden Einspeisepunkte präzisiert.

Ab 1.1.2020 gilt für VNB eine höhere Obergrenze (13.7 Rp./kWh) zur Weiterverrechnung von PV-Strom. Dies dürfte an verschiedenen Orten zu höheren Rückliefertarifen führen. Hier die Herleitung, wie es zur Anpassung der StromVV Art. 4 Abs. 3 per 1.1.20 kam:  

  • Laut StromVG Art. 6 Abs. 5 bis dürfen die VNB seit 2019 neu Gestehungskosten von Anlagen, deren Elektrizität vom VNB abgenommen wird, in die Grundversorgung einrechnen. 
  • Um das zu vereinfachen, indem nicht für jede PV-Anlage die Gestehungskosten vom VNB einzeln bestimmt werden muss, wurden in der StromVV Art. 4 Abs.3 die KEV-Vergütungssätze gem. Anhängen der EnFV bei Anlagen unter 3 MW als Gestehungskosten erklärt. 
  • Problem: Seit 1.1.18 gibt es keine KEV-Vergütung mehr für PV-Anlagen unter 100 kW, da hier die KEV abgeschafft wurde. 
  • D.h. der VNB darf per Gesetz Gestehungskosten weiterverrechnen, aber der maximale Satz ist gemäss StromVV deutlich tiefer als die effektiven Gestehungskosten. 
  • Deswegen wurden in der StromVV Art. 4 Abs. 3 per 1.1.20 für PV-Anlagen unter 100 kW die letzten veröffentlichten KEV-Vergütungssätze für gültig erklärt. Das sind die im Anhang der «alten» EnV vom 7.12.98, Stand 1.1.2017. 
  • D.h. konkret, dass für PV-Anlagen unter 100 kW, die seit dem 1.10.17 in Betrieb gegangen sind oder gehen, sind nun 13.7 Rp/kWh massgeblich und nicht die 11 (bis 31.3.19), 10 (bis 31.03.20) bzw. 9 Rp/kWh (ab 1.4.20). 
  • Für Anlagen unter 100 kW, die vor dem 1.10.17 in Betrieb gegangen sind, gelten die entsprechenden Vergütungssätze, die zur IBN gemäss alter EnV gültig waren. 

Die Anpassungen im Verordnungstext sind hier zu finden (PDF - Seite 2)