Energiewende

Die Energiestrategie 2050 liefert das Massnahmenpaket zum Umbau der schweizerischen Energieversorgung, das nach dem Beschluss des Atomausstiegs 2011 ausgearbeitet wurde. Solarenergie muss dabei eine zentrale Rolle spielen. 

  • Ja zur Energiestrategie 2050 - mit mehr Sonne

    Die Energiestrategie 2050 geht in die letzte Runde: Das erste Massnahmenpaket wird voraussichtlich im September 2016 vom Parlament abschliessend behandelt. Ziel der Energiestrategie 2050 ist es, die Schweiz bei der Energieversorgung (Strom, Wärme und Mobilität) aus der grossen Auslandabhängigkeit zu befreien und stärker auf die eigenen Ressourcen und Qualitäten zu vertrauen (Factsheet Swissolar).

    Swissolar unterstützt die Energiestrategie 2050. Allerdings wird dem grossen Potenzial der Solarenergie bisher noch zu wenig Beachtung geschenkt. Denn sie vermag wesentlich mehr als auch bedeutend rascher zu einer sicheren und sauberen Energieversorgung beizutragen, als im Zuge des Massnahmenpakets kommuniziert wurde. Wir fordern insbesondere einen beschleunigten Zubau beim Solarstrom, um Dreckstromimporte zu reduzieren und Gaskraftwerke zu verhindern.

  • Bereits heute werden rund 55% des schweizerischen Strombedarfs in Wasserkraftwerken produziert. Allein mit Photovoltaikanlagen auf Gebäuden könnten bis zu 40% des heutigen Strombedarfs erzeugt werden. Weitere Potenziale liegen in der Stromproduktion aus Biomasse, Wind, Wasserkraft und Geothermie. Damit rückt eine vollständige Versorgung der Schweiz mit Strom aus erneuerbaren Energien in greifbare Nähe. Die Erfolgschancen sind umso besser, wenn gleichzeitig auch der Stromverbrauch dank Einsatz von stromsparenden Geräten möglichst stabilisiert oder abgesenkt wird.

    Gemäss den Berechnungen von Swissolar kann bis 2025 die Hälfte der heutigen Atomstromproduktion (20% des Verbrauchs, 12 Milliarden Kilowattstunden) durch Photovoltaikanlagen ersetzt werden, wenn rasch die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dazu gehört in erster Linie die vollständige Deblockierung der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV). Zur Umsetzung des Verbandziels braucht es eine Fläche von rund 85 km2 Photovoltaikmodulen, was pro Einwohner weniger als 11 m2 entspricht.

  • Oft wird die Energiewende mit dem Atomausstieg gleichgesetzt. Dabei geht vergessen, dass der grösste Teil unseres Energieverbrauchs auf die klimaschädigende Nutzung von Erdölprodukten und Erdgas zurückzuführen ist. Gebäudeheizungen, Wassererwärmung und Prozesswärme für die Industrie verursachen die Hälfte unseres Energieverbrauchs und sind für rund 45% unserer CO2-Emissionen verantwortlich – der ideale Einsatzbereich für Sonnenkollektoren. Gemäss einer BFE-Studie könnte langfristig mehr als die Hälfte des Wärmebedarfs der Schweiz mit Solarwärme gedeckt werden. Swissolar hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2035 mindestens 10% des gesamten Wärmebedarfs mit Sonnenkollektoren zu decken.

    2013 lancierte Swissolar den Masterplan Solarwärme Schweiz 2035, der in strategisch formulierten Massnahmen die Potenziale von neuen Marktsegmenten aufzeigt.