Solarhotel

Konkordia SAC Hütte

Beschreibung

<span lang="DE-CH">Die Konkordiahütte SAC setzt auf Solarenergie</span>

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<span lang="DE-CH">Wer zur Konkordiahütte (2850 M.) gelangen will, muss zuerst 150 Höhenmeter über eine luftige Stahltreppe in der Felswand bewältigen. Der Einsatz lohnt sich. Denn diese grösste SAC-Hütte ist nicht nur prächtig gelegen. Sie setzt auch voll auf Solarenergie.</span>

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<span lang="DE-CH">Das Hüttenpaar Renate und Fredy Hagmann hat schwer zu tun: 125 Gäste sind bei unserem Besuch (11. April 2011) angemeldet. Zusammen mit weiteren 3 Helferinnen wird das Abendessen vorbereitet. Das Hüttenteam tischt ein feines Menü auf: Curry-Gemüsesuppe, gemischten Salat sowie Stocki mit Geschnetzeltem und am Schluss ein gebrannte Crème. Wie das mundet!</span>

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<span lang="DE-CH">Abwaschen mit solar gewärmtem Wasser</span>

<span lang="DE-CH">Bei so vielen Gästen fällt viel Geschirr an. «Bei Vollbesetzung läuft die Geschirrspülmaschine zehn Stunden,» erklärt Fredy Hagmann. «Das ist für uns eine grosse Erleichterung; wir betreiben sie mit solargewärmtem Wasser», fügt er zufrieden hinzu, «und Strom vom Dach.» Pro Waschgang werden nur 2,5 Liter benötigt. Das 60 Grad heisse Spülwasser wird aber nicht etwa vergeudet, sondern zum Vorwaschen des nächsten Durchgangs gebraucht. «Wasser ist auf dieser Höhe extrem kostbar», betont Hagmann. «Pro Gast stehen insgesamt 9 Liter Wasser pro Tag zur Verfügung.» Das Meiste wird für‘s Kochen benötigt. Im Sommer wird das Schmelzwasser in mehreren Zisternen von insgesamt 70‘000 Litern Fassungsvermögen für die Frühlingssaison (März bis Mai) gespeichert. Die Tanks müssen im Winter solar gewärmt werden, damit das Wasser verfügbar ist. Dank Solarenergie können 1200 Liter Diesel gespart werden. Es ist schon paradox: Wir sind in der Eiswüste des grössten Gletschers der Alpen, des Aletschgletschers, und haben kaum Wasser!</span>

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<span lang="DE-CH">Teuren Diesel ersetzen</span>

<span lang="DE-CH">Abends, nach dem gröbsten Rummel, zeigt uns Hüttenwart Fredy Hagmann im Keller die Technik der erst zwei Jahre alten Solaranlage. Die SAC-Sektion Grindelwald hat sich diese Investition gegen 300‘000 Franken kosten lassen. «Die Nutzung erneuerbarer Sonnenenergie ist für uns elementar, da wir sonst den Betriebsstoff Diesel teuer mit dem Heli herauffliegen müssen, was umweltmässig wenig sinnvoll ist», erläutert Ueli Roth von der Sektion Grindelwald. Er rechnet, dass die Anlage in rund 10 Jahren amortisiert sein wird. Auf den Dächern der drei Gebäude der Konkordiahütte sind an mehreren Orten insgesamt 23 m2 Sonnenkollektoren für Warmwasser und 32 m2 Photovoltaik-Module für Solarstrom (4,32 kWp) installiert. Damit lässt sich die zwei Häuser und das WC beleuchten, während das Warmwasser (Solarspeicher: 1150 Liter) hauptsächlich für die Geschirrspülen benötigt wird. </span>

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<span lang="DE-CH">Die Anlagen wurden von der Firma Esotec (Innertkirchen BE) installiert. «Auf dieser Höhe gibt es Spitzengeschwindigkeiten bis 160 Stundenkilometer, da braucht es spezielle Verankerungen für den Rahmen im Dach,» erklärt Christian Tännler. Auch muss sie grosse Kälte (bis minus 40 Grad) aushalten. Er hat die Anlage 2009 zusammen mit drei Mitarbeitern von Esotec innerhalb von 3-4 Wochen montiert. Die Anlage funktioniert seither tadellos.</span>