Vollheizung
Kombiniert mit Sonnenenergie werden Speicheröfen zur Vollheizung. Die Möglichkeiten, technische und gestalterische, warten nur darauf, genutzt zu werden.
In Grafenried wird das Haus von Nicola B. und Thomas Z. dank einer intelligenten Kombination von Speicherofen und Sonnenkollektoren geheizt. Nicola B. und Thomas Z. setzten beim Bau ihres Einfamilienhauses in Grafenried bewusst auf das nachhaltig nutzbare Baumaterial Holz in verschiedenen Anwendungsformen. Den Grundsatz der Nachhaltigkeit wollten sie auch bei der Heizung anwenden. Thomas Z. erzählt: «Ausgegangen sind wir von einer Stückgutheizung, denn ich besitze genügend Brennholz.» Nicola B. fügt an: «Weiter interessierten wir uns für ein Cheminée, stellten aber bald fest, dass ein Speicherofen punkto Energieeffizienz und viel versprechender ist.» So informierten sie sich über alle Möglichkeiten der Holzenergienutzung und entschieden sich schlussendlich für einen Speicherofen. Die Bauherrin erzählt: «Erst nach diesem Entschluss entdeckten wir dank einem Energieberater, dass wir den Speicherofen in Kombination mit Sonnenkollektoren zur Vollheizung ausbauen konnten. Nun ernten auf unserem Dach neun ein halb Quadratmeter Kollektoren gratis Sonnenenergie. Diese wird sowohl fürs Warmwasser als auch die Heizungsunterstützung eingesetzt.»
So wird das grosse Einfamilienhaus mit Holz und Sonne geheizt, der Aufwand fürs Einfeuern des Speicherofens ist dabei gering, so Thomas Z.: «Das war von Anfang an eine der Bedingungen, denn wir sind beide berufstätig und wollten eine einfache Heizlösung, sowohl bezüglich des Komforts wie auch der technischen Anlagen. Normalerweise feuern wir in den Wintermonaten einmal im Tag ein. Bei sehr kaltem Wetter und wenn wir viel Wasser zum Duschen brauchen, auch ab und zu zweimal. Der Ofen ist an den 1200-Liter-Systemspeicher mit integriertem Boiler angeschlossen und muss im Winter auch für die Nacherwärmung des Warmwassers sorgen. Wir brauchen ca. 4 Ster Holz pro Holzsaison.»
Der Speicherofen, er wurde rund um einen Brunner SK10 Heizeinsatz gebaut, versorgt, unterstützt von der Sonne, die Radiatoren in den Wohn- und Schlafräumen und gibt selber etwas Strahlungswärme ab. Deren Rücklauf führt in Schlaufen durch den Boden des Wohnraums, einen versiegelten Betonüberzugsboden. Sonnenenergie wird nicht nur auf dem Dach geerntet: «Die Südfassade besteht zu einem grossen Teil aus Fenstern, so profitieren wir von der passiven Sonnenenergie. Sie trägt zu einem grossen Teil dazu bei, dass es bei uns behaglich warm ist,» erzählt Thomas Z.
Das Kollektorensystem auf dem Dach ist übrigens dank einem kleinen Photovoltaikmodul von nur 20 Wp Leistung Netzstrom unabhängig. Dieses produziert den Strom und übernimmt zugleich die stufenlose Drehzahlregelung des Systems: Wenn das Glykol in den Kollektoren zu heiss wird und genügend Wärme vorhanden ist, kann sich der Solarkreislauf in einen Überlaufbehälter im Keller entleeren.


