Solares Warmwasser

Gleich neben den Gleisen liegt das Hotel Lausanne GuestHouse & Backpackers. 62m2 unverglaste Kollektoren liefern etwa 35% des Warmwasserbedarfs. Das Beispiel zeigt, wie ein Haus aus dem 19. Jahrhundert ohne grössere Eingriffe den Minergie-Standard erreichen kann.

Nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt liegt das Lausanne GuestHouse & Backpackers. Ein Gebäude aus dem Jahr 1894, das 2001 nach einer gelungenen Sanierung eröffnet wurde.

 

Die modern eingerichteten 2- und 4-Bett-Zimmer – die meisten mit Balkon – sind nach Süden ausgerichtet und bieten einen wunderbaren Blick über die Stadt und den See. Im Erdgeschoss gibt’s eine Selbstkochküche.

Eine Nacht im 4-Bett-Zimmer gibt’s bereits ab Fr. 29.- (ohne Bettzeug) oder für Fr. 34.- mit Bettzeug. Angesichts dieser Preispolitik zählt das sympathische Hotel viele junge Menschen aus der ganzen Welt zu seinen Besuchern. Dazu kommt eine lokale Stammkundschaft. Die Auslastung ist optimal: Von Frühling bis Herbst ist das Guesthouse immer ausgebucht.

 

Um den Minergie-Standard zu erreichen, wurde die Fassade mit lediglich 3cm Isolationsputz verstärkt. Das Dach und die Kellerdecke wurden mit 18, bzw. 12cm Steinwolle isoliert. Thermisch und schalltechnisch gute Kunststofffenster sorgen für ein angenehmes Klima. Dank der Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung, die in die 77(!) bestehenden Kamine von alten Öfen verlegt wurde, ist die Qualität der Raumluft optimal. Auf der Südseite des Dachs liegen 62m2 unverglaste Sonnenkollektoren der Firma Energie Solaire, die ca. 35% des Warmwassers beisteuern. Ihr Jahresertrag liegt bei rund 20'000 kWh. Der Solarspeicher hat ein Fassungsvermögen von 1000 Litern. In der kalten Jahreszeit ist zusätzlich eine Gasheizung im Einsatz.

 

Das gesamte System der Wärmeproduktion wurde von den industriellen Betrieben der Stadt Lausanne (SIL) finanziert, die als Contractor agieren. Sie verkaufen die Energie an das Hotel und die Mieter. Das Hotel wurde 2002 mit dem Solarpreis ausgezeichnet.

 

ANZEIGE
ANZEIGE