Anwendung
Wärme gibt es das ganze Jahr. Darauf können Sie sich verlassen. Denn Sonnenkollektoren sind mit jeder anderen Wärmeerzeugung kombinierbar, die in sonnenarmen Zeiten zum Zug kommt, z.B. Holzfeuerung, Wärmepumpe, Öl- oder Gaskessel. Die Grösse der Solaranlage und ihre Einbindung ins Heizsystem hängen von der Wärmenutzung und der Zusatzenergie ab.
Eine weitgehend solare Energieversorgung eines Gebäudes ist technisch möglich. Dafür eignen sich Neubauten, die einen sehr tiefen Wärmebedarf aufweisen (z.B. Minergie- oder Passivhaus). Ein Holzofen oder eine Beheizung über das Lüftungssystem sind denkbare Zusatzheizungen. Eine sorgfältige Planung von Gebäude und Haustechnik ist hier Voraussetzung für den Erfolg.
Warmwasser
In diesem Fall deckt die Sonne 60% bis 70% des jährlichen Energiebedarfs für das Warmwasser. Im Trend sind so genannte Kompaktsysteme – vorfabrizierte Einheiten, die sämtliche Anlagekomponenten beinhalten. Vorteile: geringer Planungsaufwand, schnelle Montage, aufeinander abgestimmte Bauteile, optimierte Betriebsweise, tiefe Investitionskosten, Service und Garantie aus einer Hand.
Die Wasservorwärmung in Mehrfamilienhäusern ist eine der wirtschaftlich interessantesten Anwendungen der Solarenergie. Dabei beziehen grössere Wohnbauten 30% bis 50% des jährlichen Energiebedarfs für das Warmwasser von der Sonne. Man spricht von solarer «Vorwärmung», da auch ausserhalb der Heizperiode eine Nachheizung zur Sicherstellung des Komforts nötig ist. Die Dimensionierung der Anlageteile und die Einbindung ins Heizsystem sind abhängig von der gewünschten solaren Deckung und Objektgrösse. Dabei ist ein Fachplaner zu empfehlen. Zu den Solarprofis
- Orientierung Südost bis Südwest, Neigung 15° bis 60° sind optimal
- Kollektorfläche: 4 m2 bis 6 m2 bei Kompaktanlagen fürs Einfamilienhaus. Bei grösseren Objekten genügen 0,5 m2 bis 1 m2 pro Person.
- Speicherinhalt: 400 Liter bis 500 Liter für Kompaktanlagen. Bei grösseren Objekten zusätzlich zum Inhalt des ohnehin erforderlichen konventionellen Warmwasserbereiters 30 Liter bis 60 Liter pro m2 Kollektorfläche.
Solares Warmwasser kann auch für Wäsche und Geschirr gebraucht werden. Wer seinen Geschirrspüler oder die Waschmaschine mit solarem Warmwasser versorgt, spart rund 40% Kosten und Energie. Voraussetzung ist, dass das Gerät für den Warmwasseranschluss zugelassen ist. Waschmaschinen mit Warmwasser-Anschluss sind zu finden unter topten. mehr
Beachten Sie den entsprechenden Hinweis bei allen Gerätekategorien.
Mehr dazu im «Ratgeber Warmwasseranschluss für Geschirrspüler und Waschmaschinen». (PDF)
Heizungsunterstützung
Sonnenkollektoranlagen, die zur Wassererwärmung und zur Raumheizung genutzt werden, decken mindestens 25% des jährlichen Energieverbrauchs für Warmwasser und Heizung. Im Sommer reicht die gespeicherte Sonnenenergie aus, um mehrtägige Schlechtwetterperioden zu überbrücken. Während der Heizperiode – insbesondere im Herbst und im Frühling – wird die Betriebszeit der konventionellen Heizung deutlich reduziert. Auch für diese Anwendung kommen zunehmend Kompaktsysteme auf den Markt.
- Orientierung: Maximal 45° Abweichung von der Südachse (Ost oder West); Neigung 30° bis 60°
- Kollektorfläche: 0,6 m2 bis 1 m2 pro 1000 kWh jährlicher Wärmebedarf für Warmwasser und Raumheizung (1000 kWh Wärmebedarf entsprechen 100 Liter Heizöl)
- Speichervolumen: 90 bis 130 Liter pro m2 Kollektorfläche
Schwimmbadheizung
Einfache Sonnenkollektoranlagen für die Wassererwärmung in Freibädern garantieren komfortable Wassertemperaturen und verlängern die Badesaison. Zum Einsatz kommen unverglaste Kollektoren aus schwarzem Kunststoff oder Chromstahl, die direkt vom Bassinwasser durchflossen werden. Die bereits vorhandene Umwälzpumpe (Filterkreis) kann dazu benützt werden.
Eine Zusatznutzung der Sonnenwärme zu Duschzwecken ist möglich. Solaranlagen für Schwimmbäder sind die wirtschaftlichste Anwendung thermischer Sonnenenergienutzung. Die Verwendung erneuerbarer Energien ist für die Beheizung von Freibädern in verschiedenen Kantonen Vorschrift.
- Bei Neigung 0° bis 15° alle Orientierungen, bei Neigung 15° bis 40° Orientierung Südost bis Südwest
- Kollektorfläche: 40% bis 60% der Bassinoberfläche (mit Bassinabdeckung) und 60% bis 100% der Bassinoberfläche (ohne Abdeckung)
Spezialnutzungen
Sonnenkollektoranlagen kommen auch für spezielle Wärmenutzungen zum Einsatz: Luftvorwärmung von Lüftungsanlagen, solare Kühlung, Wassererwärmung für Waschanlagen und Wäschereien, Dörranlagen, Heutrocknung, in technischen Prozessen, Bassinwassererwärmung in Hallenbädern, usw. Solche Spezialanwendungen müssen von ausgewiesenen Fachleuten geplant und ausgeführt werden.


