Vorzeigebeispiel für den Hausbau im 21. Jh.
Im Jahr 2000 wurde in Untersiggenthal ein Haus gebaut, das sich besonders durch seine grosse Solarstromanlage auszeichnet. Die Anlage mit einer Leistung von 11,7 kWp deckt die gesamte, nach Süden ausgerichtete Dachfläche ab. Guido E. erzählt: «Ich wollte mit dieser Anlage ein Zeichen für die Umwelt setzen, das auch gestalterisch zu überzeugen vermag. Die Anlage sollte sich möglichst diskret in die Architektonik des Hauses einfügen.»
Guido E. erinnert sich: «Schon immer war mir der sorgfältige Umgang mit der Natur ein Anliegen. Ich habe bereits mit 11 Jahren mit einem Schulfreund selbstgestaltete Plakate gegen die Umweltverschmutzung in der Schule aufgehängt. Das Thema hat mich seither nicht mehr losgelassen.»
Als sich dann im Jahr 2000 die Möglichkeit ergab, ein Haus zu bauen, war es für den Biologen und Lehrer selbstverständlich, dies unter Einbezug von erneuerbaren Energieträgern zu tun: «Die Planung war ein langer Prozess. Ich hatte den Traum, ein Haus zu bauen, das eine ausgeglichene Energiebilanz aufweist. Unser Architekt Urs Felix Bislin aus Baden unterstützte unser Anliegen. Dass es ein Minergie-Haus werden sollte, stand von Anfang an fest. Da die Leitungen des Fernwärmenetzes der Kehrichtanlage direkt an unserm Haus vorbei führen, wurde ein Anschluss an dieses Netz in Betracht gezogen. Unser Haus ist aber optimal gedämmt und weist einen sehr tiefen Heizenergiebedarf auf, so dass uns Anschlusskosten und Grundgebühr als viel zu hoch erschienen. Deshalb entschieden wir uns, das Warmwasser mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe aufzubereiten. Im Austausch und Gespräch mit Robert Kröni von der Firma Enecolo AG kamen wir zur Einsicht, dass wir beim Vorhandensein einer Wärmepumpe sinnvollerweise auf die geplanten Warmwasserkollektoren verzichten sollten und beschlossen, die ganze, nach Süden ausgerichtete Dachfläche mit Solarzellen einzukleiden.»
Guido E. freut sich über die vielen positiven Reaktionen: «Dass unser Dach auch architektonisch ästhetisch daherkommt, war mir ein Anliegen. Dies ist uns gelungen, es fügt sich gut in die Umgebung ein und es ergeben sich immer wieder interessante Gespräche mit Passanten, die nach der Solarstromproduktion fragen. Bei der Baueingabe gab es ebenfalls keine Stolpersteine, die Bilanz ist rundum positiv.»
Der Bauherr wurde beim Bau sowohl vom Kanton als auch vom Aargauischen Elektrizitätswerk AEW unterstützt: «Diese Unterstützung, gekoppelt mit dem Stromverkauf, werden es mir erlauben, die Anlage in rund 15 Jahren zu amortisieren. Anfänglich verkaufte ich den Strom an das AEW, zur Zeit geht er für 65 Rp. pro kWh an die AXPO. Leider habe ich aber noch keinen längerfristigen Abnahmevertrag.»
Und die Leistung? Guido E. zeigt sich zufrieden: «Wir produzieren rund 20% mehr Strom, als wir selber brauchen, d.h. rund 11'000 kWh im Jahr. Wir sind stolz auf die positive Energiebilanz! Ich bin übrigens daran, ein älteres 6-Familien-Haus nach Minergie-Standard zu renovieren. Im Rahmen dieser Sanierung möchte ich wieder eine Solarstromanlage realisieren. Leider erhalte ich aber nicht mehr dieselben Fördergelder. Daher bin ich darauf angewiesen, einen guten, mindestens 10-jährigen Abnahmevertrag auszuhandeln. Wenn dies klappt, wird die Anlage realisiert.»


