Ein blaues Wunder am Munot

Isolation vordringlich
Die Liegenschaft mit Baujahr 1927 liegt im ruhigen Emmersberg-Quartier, in Nähe des Munots. Das Paar mit den drei kleinen Kindern hat das Haus mit viel Engagement und Freude umgebaut, vieles in Eigenregie und mit Hilfe von befreundeten Handwerkern. Auf der Dringlichkeitsliste weit oben stand die Isolation des Gebäudes. Das ergab eine Energiediagnose im Sommer 2008. Sie kostete 2100 Franken, davon steuerte der Kanton 1000 Franken bei. Zunächst wurden alle Fenster erneuert (November 2008); darauf folgten die Fassaden (Mai 2009). Sie wurden mit 16 cm dicken Isolationsplatten aus Steinwolle optimal wärmegedämmt. Das Dach war bereits früher isoliert worden. Das frische Blau der Gebäudehülle hebt das Haus aus der Nachbarschaft hervor: «Wir haben in der Schweiz schon genug graue Häuser», schmunzelt Daniel Raschle, «daher haben wir uns für diese lebendige Farbe entschieden.» Günstig fürs Budget wirkte sich die Hochparterre-Bauweise des Hauses aus; dadurch musste die Isolation nicht bis ins Erdreich hinunter gezogen werden.
Im Hausinnern wurde wenig verändert. Sämtliche Sanitär- und ein Teil der Elektroleitungen des 80jährigen Hauses waren zu ersetzen. Wände wurden keine entfernt. Hingegen konnte eine zweite Nasszelle eingebaut werden. Das Haus mit 206 Quadratmetern Wohnfläche verfügt neu über 6 ½ Zimmer, denn aus der ehemaligen Werkstatt im Keller entstand ein zusätzliches Arbeitszimmer.
Minergie mit Mehrkosten
Minergie-Standard war lange eine Option, die das Paar hin und her diskutierte. Schlussendlich kam es wegen der Kosten für eine Lüftungsanlage von der Idee ab. «Wir lüften anständig zwei bis dreimal pro Tag», sagt Nicole Raschle. Bei der Heizenergie blieb man beim Gas; allerdings wurde ein neuer Brenner eingebaut. Eine Erdwärmesonde konnte wegen des Grundwassers nicht gebohrt werden.

Solarenergie macht unabhängiger
Um mehr Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu erreichen, war Solarenergie «von Anfang an ein Thema» gewesen, betont Sozialpädagogin Nicole Raschle. Die Steigleitungen wurden daher gleich bei den Umbauarbeiten integriert. Auf der Westseite des Daches wurden 6 m2 thermische Kollektoren installiert; daneben blieb genug Platz für 26 Photovoltaik-Panele (Leistung: 5,98 kWp). Die gesamte Anlage (von Conergy, Flurlingen, geliefert) war in drei Tage von der Firma ES Elektroplan + Solartechnik GmbH (Schaffhausen) montiert und funktionsbereit gemacht. Von Juni bis August 2010 erzeugten die beiden Wechselrichter bereits 1600 Kilowattstunden; fürs ganze Jahr weist der Hersteller Conergy 4900 kWh aus. Der Grossteil des Solarstroms kann ins städtische Netz eingespiesen werden, zu 25 Rp. die Kilowattstunde.

Schaffhausen, erste Schweizer Energiestadt

Schaffhausen ist die erste Schweizer Energiestadt; die Stadt am Rheinfall investiert jährlich ein halbes Steuerprozent (0,5 Mio. Franken) in erneuerbare Energien. Grosszügig übernahm sie die Hälfte der Anlagekosten der PV-Anlage (samt Wechselrichtern) der Familie Raschle, insgesamt 48'000 Franken. Auch bei der thermischen Anlage (15'000 Fr.) steuerten Stadt 3300 Fr. und der Kanton 1600 Fr. bei. Stadt und Kanton übernahmen also insgesamt die Hälfte der 62'000 Franken, welche die Familie Raschle in die Solarenergie investiert. «Wir haben zu einem günstigen Zeitpunkt in die Solarenergie investiert», freut sich Daniel Raschle.



 

 

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