Energiestandards

Als Energiestandards werden gesetzlich verankerte Vorschriften zum Energieverbrauch (Warmwasser, Raumheizung und Elektrizität) definiert, die beim Bau von Gebäuden zwingend beachtet werden müssen. Die in jedem Land unterschiedlichen Energiestandards sind vielfältig und kaum miteinander vergleichbar. Wir beschränken uns deshalb darauf, einige dieser Standards hier kurz zu skizzieren.

 

MuKEn

Die Schweizer Kantone streben eine Harmonisierung ihrer Vorschriften im Energiebereich an. Unter dem Begriff "MuKEn" wurden Mustervorschriften der Energiedirektorenkonferenz (EnDK) definiert. Das Ziel der Mustervorschriftten ist, einheitliche, einfache und vollziehbare Bestimmungen im Energiebereich festzulegen. Diese Mustervorschriften wurden zuletzt 2008 überarbeitet. Sie sehen heute einen Standard vor, der vor wenigen Jahren noch die Ausnahme bildete (z.B. Dämmstärken um 20 cm).

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GEAK

Der Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK®) zeigt, wie viel Energie ein Wohngebäude bei standardisierter Benutzung für Heizung, Warmwasser, Beleuchtung und andere elektrische Verbraucher benötigt. Er schafft einen Vergleich zu anderen Gebäuden und gibt Hinweise für Verbesserungsmassnahmen. Die Berechnung ist stark vereinfacht, gibt aber auf einfache Weise einen ersten Eindruck über das Energieverhalten eines Gebäudes. 

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Minergie

MINERGIE® ist ein Qualitätslabel für neue und modernisierte Gebäude. Die Marke wird von der Wirtschaft, den Kantonen und dem Bund gemeinsam getragen. Im Zentrum steht der Komfort – der Wohn- und Arbeitskomfort von Gebäudenutzern. Ermöglicht wird dieser Komfort durch eine hochwertige Bauhülle und eine systematische Lufterneuerung. Der spezifische Energieverbrauch gilt als Leitgrösse, um die geforderte Bauqualität zu quantifizieren. Dadurch ist eine zuverlässige Bewertung gegeben. Relevant ist nur die zugeführte Endenergie.

 

Die folgenden Anforderungen müssen eingehalten werden:

 

  • Primäranforderung an die Gebäudehülle
  • Lufterneuerung mittels einer Komfortlüftung
  • MINERGIE®-Grenzwert (gewichtete Energiekennzahl)
  • Nachweis über den thermischen Komfort im Sommer
  • Zusatzanforderungen, je nach Gebäudekategorie betreffend Beleuchtung, gewerbliche Kälte und Wärmeerzeugung
  • Begrenzung der Mehrkosten gegenüber konventionellen Vergleichsobjekten auf maximal 10%

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Minergie-P

Der Standard MINERGIE-P® bezeichnet und qualifiziert Bauten, die einen noch tieferen Energieverbrauch als MINERGIE® anstreben. MINERGIE-P® bedingt ein eigenständiges, am niedrigen Energieverbrauch orientiertes Gebäudekonzept. Als ungenügend erweist sich insbesondere, das Projekt eines MINERGIE®-Hauses lediglich mit einer zusätzlichen Wärmedämmschicht einzupacken. Ein Haus, das den sehr strengen Anforderungen von MINERGIE-P® genügen soll, ist als Gesamtsystem und in allen seinen Teilen konsequent auf dieses Ziel hin geplant, gebaut und im Betrieb optimiert.

 

Der Standard MINERGIE-P® stellt hohe Anforderungen an das Komfortangebot und an die Wirtschaftlichkeit. Zum erforderlichen Komfort gehört namentlich auch eine gute und einfache Bedienbarkeit des Gebäudes, bzw. der technischen Einrichtungen.

Die folgenden Anforderungen müssen eingehalten werden:

 

  • Primäranforderung an die Gebäudehülle
  • spezifischer Wärmeleistungsbedarf
  • Lufterneuerung mittels einer Komfortlüftung
  • MINERGIE-P®-Grenzwert (gewichtete Energiekennzahl)
  • Nachweis über den thermischen Komfort im Sommer
  • Zusatzanforderungen, je nach Gebäudekategorie betreffend Beleuchtung, gewerbliche Kälte und Wärmeerzeugung
  • Luftdichtigkeit der Gebäudehülle
  • Energieeffizienzklasse A der wichtigsten Haushaltgeräte
  • Begrenzung der Mehrkosten gegenüber konventionellen Vergleichsobjekten auf maximal 15%

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